Beschreibung
Ein glänzender historischer Roman, der tief in die gnadenlose Zeit der Inquisition eintauchen lässt und einen lebhaften Eindruck von der Lebens- und Glaubenswelt der Katharer vermittelt.
Ein Jahr lang verteidigt eine kleine Schar occitanischer Ritter die Felsenburg Montségur gegen das Heer des französischen Königs und gegen das Kreuzzugsheer des Papstes. Dem Schutz der Ritter haben sich zweihundert Katharer, Angehörige einer als Ketzer verfolgten Gruppe von Christen, anvertraut. Sollte die Festung fallen, warten auf sie die Scheiterhaufen der Inquisition. Die Handlung dieses Buches ist nicht erfunden. Sie geschah in den ersten Monaten des Jahres 1244.
»Du vergisst eines, junger Herr. Du vergisst die Wachen in den Felsenspalten, und du vergisst, dass dieser halsbrecherische Pfad nur erklommen werden kann, wenn einer hinter dem andern hergeht. Es besteht keine wirkliche Gefahr.« »Aber die Franzosen können uns von der Außenwelt abschneiden. Wir werden nie mehr Nachrichten vom Grafen von Toulouse empfangen können, und die Gutmänner können ihre Gemeinden nicht mehr besuchen!« Raoul nagt an der Unterlippe. Früher fiel ihm immer etwas ein, womit er diesen jungen Mann trösten konnte. Aber will er ihn überhaupt trösten? Es wird Zeit, dass er lernt, die Folgen seines Tuns zu begreifen. Nach langem Zögern fragt er ihn endlich:»Wie lange glaubt dein Vater, die Burg halten zu können?« »Was er glaubt, weiß ich nicht, Raoul. Ich weiß, was er sagt. Der Montségur hat noch Vorräte für ein Jahr. Und wenn es im Sommer ein paar Mal regnet, brauchen wir mit Wasser nicht zu sparen.« »Ein Jahr ist lang, junger Herr. Es kann viel passieren: der Papst – der Graf von Toulouse – oder Dinge, die wir nicht wissen!« »Ich erlaube mir nicht, darüber nachzudenken, was sein könnte. Mir genügt das, was ist. Noch ist der Schatz unter unseren Mauern!« Während Jordan spricht, ertönen die ersten Geierschreie in der Luft. Er legt den Kopf in den Nacken und verfolgt ihre Flügelschläge. Mehrmals kreisen sie über der Burg, bevor sie in die höheren Pyrenäenberge zurückfliegen. Sie schreien wie verängstigte Menschen. Und wieder muss Jordan an den Bauern Jean denken und an die Daumenschrauben der Inquisition. Es ängstigt ihn nicht ein möglicher Verrat, sondern Not und Pein des Bauern Jean, wofür er sich verantwortlich fühlt ...
» Die Autorin lässt die dramatischen Geschehnisse aus der Perspektive jugendlicher Burginsassen auferstehen. In einfühlsamer Weise gelingt ihr sowohl eine sachgerechte Darstellung der religiösen Merkmale der Katharer-Bewegung … als auch die Vermittlung größerer geschichtlicher Zusammenhänge. Ein überaus empfehlenswertes Buch, wahrlich nicht nur für ein jugendliches Publikum. « (Fantasia 88)
»Es ist das schönste Buch, das wir seit langem gelesen haben.« (Gegenwart)
(02.09.08)
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